Letzte Aktualisierung am 7. Oktober 2017

 

 

 

 MONOMILLE

 

Carlo Abarth`s einmalige GT - Creation für den täglichen Gebrauch.

Die von Zagato karossierten Fahrzeuge aus dem Hause  ABARTH beherrschten seit 1958 als "Record Monza" mit ihren Bialbero-Motoren (Bialbero = 2 Nockenwellen) die Rennstrecken in Europa und USA. 1961 wurde diese Bauserie durch den "Fiat Abarth 1000 Bialbero" abgelöst. Die Karosserie des "1000 Bialbero" stellte eine reine Entwicklung aus den Konstruktionsabteilungen von Carlo Abarth dar. Auch bei diesem Wagen handelte es sich um einen reinen Wettbewerbs - GT .

 

Was lag da näher, als dem ambitionierten Sportfahrer einen GT mit strassentauglicher Technik anzubieten. Gedacht, gesagt getan : 1961 zauberte Carlo Abarth den "MONOMILLE" aus seinem Hut der schier unendlichen Ideen :

 

MONO  stand für :                              eine Nockenwelle
MILLE  bezeichnete die Klasse :     1000 ccm

 

Ein geniales Auto mit einer von Hand gearbeiteten Karosserie ganz aus Aluminium auf der Bodenplatte des Fiat 600 D ! Je nach Getriebeübersetzung waren aus 982 ccm mit 60 PS  170 km/h - 180 km/h Spitzengeschwindigkeit möglich ! Dazu ein ansprechendes Interieur und ein atemberaubendes Outfit: Der Eyecatcher der frühen 60-ger Jahre war geboren. Die zeitgenössischen Testberichte über den "MONOMILLE" lesen sich wie eine Homage an Carlo Abarth zu seinen Lebzeiten, so voll waren sie des Lobes. Wenn nur der Preis nicht so hoch wäre! Vorbei mit dem Gespöttel der internationalen Presse über die Abarth GT`s als "poor man`s Ferrari" :  Als Besitzer eines "MONOMILLE" bekannte man sich zu filigraner Leichtigkeit gepaart mit einem sensationellen Leistungsgewicht für ein Strassenfahrzeug. Dazu kamen eine extravagante Technik und ein Karosseriedesign, das für die Zukunft Masstäbe setzte.

Wer sich mit dem MONOMILLE im täglichen Strassenverkehr bewegte, wollte und mußte sich den bewundernden Blicken seiner Umgebung stellen. Welches Coupe in dieser Klasse hatte 1964 einen Basispreis von 19.800,- DM, wo gleichzeitig ein Porsche 1600 C für 14.900,- DM zu haben war?  Einen Käfer gab es bereits ab 4.200,- DM ! 

ABARTH  GT-Fahrzeuge waren immer exklusive und sehr teure technische Kunstwerke. Das machte in der 60-ger Jahren ihren Reiz aus und sichert ihnen heute den Stellenwert des raren Sammlerobjektes.

Vom "MONOMILLE" wurden von 1961 - 1965 nicht mehr als 100 Autos gebaut. Es gibt Kenner der Szene, die behaupten, es seien sogar weniger als 25 gewesen. Achten Sie einmal darauf, wann in der Oldtimer-Presse ein MONOMILLE angeboten wird! Nie!

 

Es gab zwei Versionen des "MONOMILLE" :

 

 

MONOMILLE SCORPIONE

 

 

Er stellte die frühe Version mit Rundheck dar. Serie waren stehende Scheinwerfer, wie bei dem belgischen Fahrzeug. Das obere deutsche Fahrzeug besitzt Scheinwerfer mit Plexiglasabdeckungen wie der Bialbero. Es gab Fahrzeuge mit und ohne Stosstangen.   Alles war auf möglich! Serie waren drei gleichgroße herrliche Rundinstrumente von 12 cm Durchmesser analog zum "Record Monza", Kurbelfenster vorn ohne Ausstellfenster und ein bequemes Interieur für den täglichen Gebrauch. Der Motor leistete 60 PS aus 982 ccm, meist der AH-Block.  Es gab vier Scheibenbremsen mit je drei Kolben , sowie Borrani Stahlfelgen in 4,5 x 13 Zoll mit dreieckigen Löchern und Chromradkappen. Der Kühler dieser Version befand sich im Motorraum, wie im 1000 TC, oder war in den späten Ausführungen auch vorne zu finden. Die zusätzliche Lüftungsklappe im Heckdeckel war optional, entfiel aber der der Version mit Frontkühler.

 

 

 

 

 

 

MONOMILLE GT

Ab 1963 lieferte Carlo Abarth eine komplette Neukonstruktion des "MONOMILLE", den "MONOMILLE GT". Das Rundheck war passé. Dieser herrliche GT mit dem "ducktail" entstand als Innovation auf Abarth`s  Zeichenbrettern. Welch ein Entwurf des hauseigenen Teams rund um Ing. Colluci!  Der "MONOMILLE GT" war in drei Versionen für den Kunden zu haben:

 

 

Die Karosserie bestand natürlich wieder aus Aluminium. Die Strassenversionen  besassen vorn Kubelfenster mit Ausstellfenstern, hinten ebenfalls Ausstellfenster. Kombiinstrument und Tacho hatten nur noch einen Durchmesser von 10 cm, wie beim 850/1000 TC. Der zentrale Drehzahlmesser maß 12 cm. Das Wettbewerbsfahrzeug war instrumentiert wie der "1000 Bialbero". Die Strassenversion gab es mit und ohne Stosstangen. Bremsen und Motortechnik blieben gleich, bis auf den Kühler, der jetzt nach vorn wanderte und mit einer kurzen Wasserpumpe gepaart war. Die Motorblocks entstammten jetzt immer der AH-Serie.

 

 

 

Von der Strassenversion mit den stehenden Scheinwerfern sind nur vier Exemplare bekannt: 

 

 

  1963

 

  1963

 

  verkauft im November 2007

 

 

 

 

 

  1992

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fahrgestellnummer eines "MONOMILLE GT" muss immer mit der 110 für den Typ beginnen. Danach folgt eine vierstellige Fahrgestellnummer. Die vier obigen Fahrzeuge tragen die Nummer: 110.0386 - 110.0380 - 110.0381 und 110.0390 von oben nach unten

 

 

 

Auf dem Genfer Automobilsalon 1963 hat ABARTH & Cie. zwei Versionen des "MONOMILLE GT" ausgestellt: Im Vordergrund ist die Version mit abgedeckten Scheinwerfern und 4,5 x 13 Zoll Borrani-Stahlfelgen zu sehen. Im Hintergrund rechts das Modell mit den stehenden Scheinwerfern, ausgestattet mit 4,5 x 13 Zoll Campagnolo Magnesiumfelgen.

 

 

Welches Modell Sie auch schöner finden mögen, ein echter "MONOMILLE GT" oder "MONOMILLE SCORPIONE" wird Ihnen heute äusserts selten zum Kauf angeboten. 

 

 

Nachfertigungen aus GFK stehen jedoch gelegentlich zum Verkauf:  Sie stammen zum Großteil aus einer deutschen Nachfertigungsaktion der 80ger Jahre und sind alle aus GFK gefertigt. Einer echter "MONOMILLE GT" hatte dagegen immer eine Aluminiumkarosserie. Leider werden diese Fahrzeuge oft als echter "MONOMILLE GT" verkauft, z.T. mit Papieren der Jahre 1963 -1965, da die GFK Karosserie mehr schlecht als recht über Chassis eines FIAT 600 dieser Jahre laminiert wurde.

 

 

copyright: Dr. Norbert Gelleschun