Letzte Aktualisierung am 7. Oktober 2017

 

ABARTH-SIMCA 1300

                           130S/0067

 

Der ABARTH-SIMCA 1300 wurde in 1961 für ABARTH & C. von Ing. Colucci konstruiert, die Karosserie bei Carozzeria Beccaris gebaut. Basis dieses wunderschönen GT-Fahrzeugs war das gekürzte Chassis des Simca 1000. Der ABARTH-SIMCA 1300 war deshalb länger, breiter aber auch niedriger als die Bialberos mit gleicher Karosserieform auf Basis des Fiat 600. Insgesamt halte ich den ABARTH SIMCA 1300 für die gefälligere Form.

 

Alles, außer dem Chassis, war eine reine Entwicklung von ABARTH & C.. Der Motor wurde von Ing. Luciano Fochi konstruiert:

 

1288 ccm, 128 PS – 139 PS

 

mit Einfach- oder Doppelzündung. Getriebe mit 4 oder 6 Gängen. Höchstgeschwindigkeit 230 Km/h – 250 Km/h. Die genauen technischen Daten dieses Wunderwerks kann der interessierte Leser in der gängigen Literatur nachlesen.

 

Zur Erreichung der Homologation sollten insgesamt 100 Fahrzeuge der Serie I, II und III verkauft werden. Es gibt Stimmen, die behaupten, es seinen nur ca. 50 Fahrzeuge an den Mann gebracht worden. Fest steht jedoch, daß ca. 20 nicht gebrauchte Karossen,  mit duck-tail, in England bei der Fa. Radbourne mit Fiat-Technik ausgestattet wurden und zwischen 1968 und 1970 verkauft wurden.

                     Radbourne-Abarth

1963 war der ABARTH SIMCA 1300 auf der Höhe seiner Karriere. Er errang in diesem Jahr sagenhafte 90 Rennsiege auf der ganzen Welt. ABARTH & C. holte sich mit seinen Werksrennfahrzeugen die Markenweltmeisterschaft 1964 und 1965 in der GT-Klasse bis 1300 ccm.

 

Vorbereitet wurden diese Erfolge durch Testeinsätze des ABARTH SIMCA 1300, Serie I, schon in 1962, obwohl der Wagen noch nicht homolgiert war. Die Fahrzeuge mußten in 1962 und Anfang 1963 noch in der Klasse für Prototypen starten!

ABARTH & C. beendete 1963  die Dominanz der Alfas in der 1300 ccm-Klasse.

Eines der Werksfahrzeuge, die Fahrgestellnr. 130/0067, Bauj. 1962, wurde am 28. Mai 1963 unter dem Kennzeichen TO 539675 auf ABARTH & C. strassenzugelassen. Die FIA-Zulassung erfolgte am 4.Juni 1963.

Es wird angenommen, dass dieser Wagen erfolgreich an den 24 Stunden von Le Mans teilnahm. Er wurde mit Werksbetreuung von der Equipe National Belge eingesetzt. Carlo Abarth selbst kontrollierte den Einsatz dieses Fahrzeuges im Jahr 1963 als Vorbereitung auf die Saison 1964 und 1965. Auffallend an diesem Wagen war der von Ing. Colucci entwickelte Heckspoiler, der mit diesem Fahrzeug allein im Jahr 1963 in der Klasse für Prototypen zum Einsatz kam.

Es gibt mehrere historische Fotos aus dem Jahr 1963, die Carlo Abarth bei seinem Engagement für dieses spezielle Rennfahrzeug zeigen.

 

Nach Erteilung der Homologation wurde der Spoiler zurückgerüstet. Das Fahrzeug gehörte in 1963, 1964 und 1965 zum Werksrennteam und war beteiligt am Gewinn der Markenweltmeisterschft in 1964 und 1965.

     Carlo Abarth + ABARTH SIMCA 1300, 130S/0067

TO 539675

 

 

Die italienischen Fahrzeugpapiere weisen Carlo Abarth als einzigen Besitzer in Italien aus. Jahre später wurde dieser ABARTH SIMCA 1300 von einem Sammler aus Italien zum Verkauf angeboten und kam so nach Deutschland. Sogar die originalen Fahrzeugpapiere, die ABARTH & Cie. als Erstbesitzer ausweisen, sind noch vorhanden.

 

 

copyright: Dr. Norbert Gelleschun